Guardian of Tibet - Viggo
 
Der Do-Khyi
Der offizielle Rassestandard beschreibt den Do-Khyi als einen großen, imposanten und gut proportionierten Hund, der sehr selbstbewusst und gutwillig ist im Umgang mit den Menschen, bei denen er lebt. Der Do-Khyi hat einen ausgeprägten Beschützerinstinkt und er reagiert furchtlos, sehr schnell und ohne Vorwarnung, wenn es sein muss. Er ist ein Hund, der sich seinen Menschen sehr eng anschließt, oft sehr verspielt sein kann (wie z. B. mein Kailash ) und sehr liebevoll im Umgang mit Kindern ist. Nicht umsonst sagt man auch, dass ein Do-Khyi eine sehr hohe Reizschwelle hat. Man sollte jedoch nie vergessen, dass der Do-Khyi ein Herdenschutzhund ist, auf den man sich als Halter immer und zu jeder Zeit --»
 

verlassen kann. Gemäß dessen über Jahrhunderte währenden Einsatz in Tibet, ist der Do-Khyi ein Wächter und diese Aufgabe wird er veranlagungsgemäß auch hier in Europa wahrnehmen. Die Voraussetzung für eine gute Entwicklung ist die sehr enge Einbindung in seine Familie. Wird dieser außergewöhnliche und intelligente Hund jedoch isoliert in einem Zwinger oder an einer Kette gehalten, verkümmert er jämmerlich und kann daraus resultierend sehr gefährlich werden. Dem Do-Khyi wird oft nachgesagt, dass seine Haltung recht schwierig ist, durch sein typisch tibetisches Wesen: sprich seinem Stursinn. Dem ist jedoch nicht so. Leider wird dieser Wesenszug immer wieder in Verbindung damit gebracht, dass der Do-Khyi sich nicht unterordnet und auch eine gewisse Form der Unnahbarkeit aufzeigt, die teilweise schon als arrogant einzustufen ist.

Vergleicht man jedoch die unterschiedlichen Kulturen der Europäer und der Tibeter, sowie die unterschiedlichen Vorstellungen dieser über das Wesen eines Hundes, wird einem sehr schnell bewusst, was der Do-Khyi für ein außergewöhnlicher Hund ist. Der Do-Khyi zeichnet sich durch seine Selbstständigkeit und seine geistige Unabhängigkeit aus. Er ist Fremden gegenüber sehr zurückhaltend, abwägend und beobachtend. Er reagiert nicht auf entgegengebrachte Vertraulichkeiten von Fremden. Aber der Do-Khyi ist auch sehr neugierig. Alles muss genauestens von ihm in Augenschein genommen und geprüft werden. In fast allen seinen Handlungen ist er äußerst ruhig und willensfest. Was für mich am wichtigsten ist, dass man diesen außergewöhnlichen Freund des Menschen nicht versucht in seinem Wesen zu ändern, da dieses unabdingbar mit seiner Herkunft verbunden ist und genau das zeichnet in meinen Augen den Do-Khyi aus.

Rassestandard des Do-Khyi / FCI-Nr. 230

Rassestandard des Do-Khyi / FCI-Nr. 230
Verwendungsart
Haus- und Wachhund, Herdenschutzhund

Gesamterscheinung
Großer, imposanter und gut proportionierter Hund. Seine Stimme erinnert an den tiefen Klang eines Gongs.

Wesen
Zurückhaltend, mutig und ausdauernd mit einem stark ausgeprägten Schutzinstinkt. Bei engem Kontakt zum Menschen ist er ein gutwilliger und treuer Hausgenosse.

Größe
Rüden mindestens 65 cm, Hündinnen mindestens 62 cm Schulterhöhe, Gewicht um 65 kg wobei die Hündinnen etwas leichter sind als die Rüden.

Format
Rumpf etwas länger als Schulterhöhe

Schädel
Massiv, breit und kräftig. Der massive Eindruck wird noch durch den dichten abstehenden Halskragen verstärkt, der am Oberkopf in eine Krone übergeht. Verhältnis von Hinterschädel zu Fang 1 : 1, der Fang darf auch etwas kürzer sein. Der Fang ist ziemlich breit und gut ausgefüllt. Gut geöffnete Nüstern. Der Oberkopf ist breit und massiv mit stark entwickeltem Hinterhauptbein. Bemerkenswerter Stop. Von der Stirn über die Augen sollen Falten zum Schnauzenwinkel ziehen, die aber nicht zu stark ausgeprägt sein sollen. Die Schnauze ist breit, stumpf und gut gepolstert. Sie muss von allen Seiten gesehen quadratisch sein. Der Nasenrücken ist gerade. Die Lefzen sind ausgeprägt, Oberlefzen überhängend.

Gebiss
Scherenbiss erwünscht. Zangenbiss erlaubt wenn der Unterkiefer stark genug ausgeprägt ist, um den stumpfen Eindruck der Schnauze zu erhalten. Vollzahnig. Ein P1-Verlust kann toleriert werden.

Augen
Mittelgroß, mittelbraun, sehr klar, ziemlich tief gesetzt, ziemlich weit auseinander liegend und etwas schräg gestellt. Lidränder sind schwarz.

Ohren
Mittelgroß, V-förmig, hängend, ziemlich tief angesetzt und fest am Kopf getragen. Bei Aufmerksamkeit leicht hochgezogen. Das Ohrleder ist mit kurzem, weichem Haar bedeckt.

Hals
Sehr stark und lang, gut bemuskelt. Nacken gut gewölbt. Der Hals ist allseitig von einer dichten, abstehenden Mähne bedeckt. Mittelstark entwickelte Wamme.

Rumpf
Gerader, stark bemuskelter Rücken mit hohem Widerrist, aber nicht abfallend. Kruppe fast gerade, Rutenansatz in der Verlängerung der Rückenlinie. Lendenpartie fest und breit. Brust tief und von mittlerer Weite, gut gewölbte, aber an den Seiten etwas abgeflachte Rippen. Der Brustkorb soll bis unter die Ellenbogen reichen und nur leicht angerippt sein.

Rute
Mittellang, eher kurz, keinesfalls weiter als bis zu den Sprunggelenken reichend, wenn hängend. In losem Bogen über dem Rücken getragen und allseits mit langem und sehr dichtem Haar bedeckt.

Vordergliedmaßen, Schulter
Stark ausgeprägt und fest anliegend. Auffallend langes Schulterblatt, das im Winkel vom 45 º in den Oberarm übergeht. Gut bemustert.

Vorderläufe
Fest, gerade, starkknochig, gut bemuskelt. Pfoten rund, mittelgroß, zwischen den Zehen dichter Haarwuchs. Gut gepolsterte Ballen.

Hinterläufe
Sehr stark und gut bemuskelt und mit sehr guten Winkelungen. Von hinten gesehen parallel stehend. Pfoten wie die Vorderpfoten. Häufig einfache und doppelte Afterklaue.

Gangwerk
Kraftvoll und frei, nie schwerfällig, sondern leicht und federnd, gut ausgreifend. Im Allgemeinen bevorzugt der Hund jedoch langsame, oft fast zeitlupenhaft wirkende Bewegungen.

Haut
Elastisch, gut dehnbar von mäßiger Dicke. Faltenbildung.

Haarkleid
Lang-Stockhaar mit dichter Unterwolle, die im Sommer größtenteils abgestoßen wird. Das Deckhaar ist fein, aber hart und vollkommen glatt und steht als Stockhaar leicht ab. Ein dichter Halskragen bedeckt Nacken, Schultern und Hals und geht am Oberkopf in eine Krone über. Gesicht und Läufe stets kurz behaart, bis auf den obersten Teil der Hinterläufe, die stärkere Behaarung zeigen. Die Länge des Deckhaares variiert. Es darf weder wollig noch seidig, nicht gelockt und nicht gewellt sein.

Farben
Bevorzugt tiefschwarz mit kleinem, weißen Stern auf der Brust. Außerdem schwarz mit hellem oder dunklerem Loh (black and tan), goldbraun (rot), schiefergrau, mit oder ohne lohfarbenem Abzeichen.
Nicht erlaubt sind:
Cremefarben, weiß, Schecken- oder Mantelzeichnung und größere weiße Abzeichen. Kleine weiße Abzeichen an den Pfoten können toleriert werden.

Fehler
Hochbeinigkeit, schlechte Winkelung, wenig Harmonie, Karpfenrücken, Senkrücken, stark abfallende Kruppe, zu hoch angesetzte Ohren, zu kleine oder zu große Augen, Entropium, Ektropium.

Zuchtausschließende Fehler
Zu leichter, schwächlicher Knochenbau, schmale Köpfe, zu leichte oder spitz zu laufende Schnauze, Untergrößen, Untergewicht und die genannten Fehlfarben, ebenso wie Vor- und Unterbiss, Hodenfehler.

 

Rassestandard des Do-Khyi / FCI-Nr. 230 auch als PDF - Download

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